16.12.2009, 13:53 Uhr | sgü
Partnersuche: Sexratgeber für Faule (Foto: Archiv)
"Jetzt noch Sex haben? Ach Schatz, ich bin so müde und kaputt - und das ist so anstrengend!" Für alle, die sich mit diesen Argumenten des Öfteren dem anstehenden Beischlaf entziehen, gibt es jetzt einen neuen Ratgeber: "Langsam reiten, Cowboy" heißt das schlaue Buch von Sexpertin Beatrice Poschenrieder, das sich an alle richtet, die mit minimalem Aufwand ein Maximum an Lust erreichen wollen.
Zuallererst räumt die Autorin dafür jedoch mit diesen weit verbreiteten Vorurteilen auf: "Nur wer jeden Tag Sex hat, ist normal. Man muss im Bett immer den Turbo einlegen, sonst werden Frauen nicht befriedigt. Und natürlich alle Stellungen des Kamasutra aus dem Effeff beherrschen, sonst ist man kein guter Liebhaber." Alles Quatsch, findet Poschenrieder: In einer unterhaltsamen Mischung aus Fallbeispielen ihrer Beratungspraxis und ganz konkreten Anleitungen zeigt sie, wie Liebespaare ihr eingeschlafenes Sexleben wieder in Schwung bringen können.
Ihr erster Tipp für Faule beim Sex: Alle Scham vergessen und ganz offen darüber reden, dass man wohl Sex haben will - aber vielleicht gar nicht so ein wildes, animalisches Rumgeturne, wie es in den Medien oftmals gezeigt wird. Viele Paare heute würden glauben, so Poschenrieder, dass nur exzessiver, außergewöhnlicher Sex überhaupt lohnenswert ist. Also wozu den langweiligen, wenig spektakulären Home-Sex überhaupt noch praktizieren? Der ist doch eh nicht aufregend genug!
Poschenrieder zeigt auf, dass es viele Gründe dafür gibt, dass die Menschen - wie verschiedene Studien belegen - immer weniger Sex haben: Die Arbeitsbelastung und der Stress für den Einzelnen wird immer höher. Immer mehr Frauen müssen Job, Haushalt und Kinder unter einen Hut kriegen. Man hat gar keine Zeit mehr für Sex. Wenn der Arbeitsalltag bewältigt ist, gibt es anschließend eine Fülle von Freizeitbeschäftigungen wie Hobbies, Fernsehen, Surfen, Shoppen, mit denen man den Rest des Tages verbringen kann. Auch die Tatsache, dass wir heute mehr denn je mit Informationen, Bildern und Videos zum Thema Sex überschüttet werden, führt nach Meinung der Autorin eher dazu, dass uns die Lust vergeht.
Deshalb rät Poschenrieder dringend zur "Entschleunigung" im Bett. Der Blick der Paare sollte sich nicht so sehr nach außen richten, sondern sie sollten sich viel stärker aufeinander konzentrieren: Dafür ist es wichtig, offen und regelmäßig miteinander zu sprechen, um überhaupt über Bedürfnisse des anderen Bescheid zu wissen. Die Autorin empfiehlt sogar, eine Liste mit den Dingen zu machen, die man beim Sex mag, und sich einmal darüber auszutauschen. Außerdem plädiert sie für eine bewusste körperliche Annäherung - auch oder vor allem nach vielen Jahren des Zusammenlebens. Innige Umarmungen, Streicheleinheiten, sanfte Küsse und intensive Blicke sind die kleinen Appetithäppchen im Alltag, die auch langfristig Lust auf mehr Spaß mit Bett machen.
Literatur-Tipp:
"Langsam reiten, Cowboy!" von Beatrice Poschenrieder,
HeyneVerlag,
ISBN: 978-3-453-67018-1
Preis: 8,95 Euro
Mehr Wissenswertes zum Thema Sex finden Sie in unserem Ratgeber Sex.
sgü
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